Kakteen- und Sukkulentenaussaat 2017/2018 – Was daraus geworden ist

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Was ist aus der Kakteenaussaat vom Januar geworden

Im Januar 2018 hatte ich einen Anzuchtkasten für die Kakteenaussaat während der Wintermonate gebaut (Bericht könnt ihr hier finden). Angesät wurden verschiedene Kakteen und Sukkulenten, von denen ich die Samen von Kakteen Haage und von Köhres Kakteen bezogen hatte. Beide Händler haben aus meiner Sicht sehr gutes Saatgut. Einige Sorten sind einfach sehr schwierig zum Keimen zu überreden wobei andere sehr gut keimfähig sind. Die unten stehenden Sorten habe ich ausgesät. Die grün markierten sind gekeimt, die roten leider nicht.

  • LITHOPS karasmontana red top(tube)
  • LITHOPS salicola
  • Lithops lesliei Kimberley
  • Lithops villetii v. kennedyi
  • TRICHODIADEMA marlothii
  • TRICHODIADEMA densum
  • PLEIOSPILOS nelii
  • PACHYCORMUS discolor 
  • BOSWELLIA neglecta 
  • Lophophora williamsii
  • Turbinicarpus valdezianus 
  • Astrophytum asterias Texas 
  • Cleistocactus hyalacanthus 
  • OPERCULICARYA decaryi (zweiter Anlauf doch)
  • ARIOCARPUS furfuraceus rostratu

Die Aussaat im Januar 2018 (11.01.2018)

Die ersten Samen sind bereits nach 3-4 Tagen gekeimt. Ganz vorn dabei war dabei ein Samen von Boswellia Neglecta (Weihrauch). Bei diesem einen Sämling ist es leider auch geblieben. Sehr schnell waren auch die Lithops und Pleiospilos. Diese keimten ebenfalls bereits nach 4 Tagen. Ausgesät habe ich alle Kakteen in Ikea Boxen der SAMLA Serie. Diese kann man super verschließen und bieten somit etwas besseren Schutz vor den Trauermücken.

Die Aussaat im Februar (17.02.2018)

Einen Monat später im Februar sind mittlerweile fast alle Samen gekeimt. Zumindest diese, die es wollten. TRICHODIADEMA marlothii und densum bedecken nun schon wie ein Teppich die Erdoberfläche der Aussaat Behälter.

Turbinicarpus valdezianus und Astrophytum asterias keimen ebenfalls wunderbar. Lithops und Pleiospilos zeigen sich auch als wahre Keimwunder.

Problemkind – Pleiospilos nelii

PLEIOSPILOS nelii keimen sehr gut und bilden große Keimblätter aus, aus denen sich später dann die ersten kleinen lebenden Granitblätter zeigen. Was mir in der Aufzucht von Pleiospilos immer wieder Kopfschmerzen bereitet, ist das schnelle Wachstum der Keimblätter in die Höhe. Sind die kleinen Pflanzen zu hoch, fangen sie an umzukippen. Lässt man sie dann liegen, vergammeln sie. Bisher half bei mir dann nur, das vorzeitige Pikieren der Pflanzen. (Siehe Bilder unten)

Huch meine Sämlinge werden ganz rot

Viele der Sämlinge zeigten direkt nach dem Keimen eine rötliche Färbung. Vor allem Turbinicarpus, die Astrophyten und auch einige Lithops Arten reagierten auf die zu starke Lichteinwirkung. Die Trichodiadema Sämlinge hatte das nicht im Entferntesten interessiert. Abhilfe hat ein weißes Blatt Papier gebracht, welches ich über die Aussaat Boxen gelegt habe.

Die Aussaat im Juni 2018 (28.06.2018)

Im Sommer, bis Ende Juni, haben vor allem Astrophytum asterias ein enormes Wachstum gezeigt. Alle Sämlinge befinden sich im Juni immer noch immer im Aussaatkasten. Astrophytum Asterias, Turbinicarpus valdezianus und Mammillaria spinosissima ‚Un Pico‘ lieben die Kombination aus warmen Anzuchtkasten und Secret Jardin Pflanzenlampe ** . Astrophytum Asterias hat unter der LED Pflanzenlampe herrliche Rippen mit vereinzelter Beflockung gebildet.

Trichodiadema marlothii und densum zeigen mittlerweile ein wucherndes Wachstumsverhalten, so dass ich mich entscheide, die Pflanzen zu pikieren. Einige der der Trichodiadema wachsen wie verrückt in die Höhe wogegen einige sich ausbreiten.

Die Aussaat im Juli 2018 (15.07.2018)

Im Juli hatte ich einen größeren Ausfall zu verzeichnen. Im Behälter der Lithops und Pleiospilos hatte sich zu viel Wasser gebildet und durch die Wärme im Anzuchtskasten dann Schimmel. Dieser hat leider fast alle Pleiospilos und einige Lithops vernichtet. Hier half nur konsequent alles abtrocknen lassen.

Die Aussaat im August 2018 (18.08.2018)

Im August habe ich mich der Aussaat aus 2017 gewidmet. Diese standen das Jahr über unter einer anderen Pflanzenlampe, die ich im letzten Jahr erworben hatte – GLIME LED Pflanzenlampe **  . Da uns in der Wohnung langsam der Platz ausging, habe ich mich entschieden die Kakteen in Anzuchtplatten zu topfen. Nächstes Jahr sollen die besten Kleinen dann in ein Gewächshaus umziehen.

Die im Juni pikierten Trichodiadema sind mittlerweile auf den Balkon gezogen. Dort werden sie mit einer Gardena Bewässerungsanlage versorgt. Die Pflanzen lieben den prallen Sommer und die frische Luft auf dem Balkon. Aus den Trichodiadema sind schöne kleine, schon teilweise verholzte, Bäume und Büsche geworden – Wirklich schöne Pflanzen.

Auf den Fotos sieht man zwei Pachycormus discolor, die ich in 2017 ausgesät habe. Diese habe ich schon mehrfach zurückgeschnitten und die Pflanzen haben schon einen schönen Caudex entwickelt. Die Pachycormus Aussaat aus 2018 hat nach dem Pikieren alle Blätter verloren und bilden seitdem keine Blätter mehr.

Die Aussaat im September 2018 (20.09.2018)

Im September habe ich die Lithops Pflanzen in ein anderes Gefäß pikiert. Das kam den kleinen wohl ganz recht, denn nun fingen sie an, sich von ihren äußeren Blättern zu ernähren. Feuchtigkeit habe ich nur sehr wenig hinzugefügt damit die Wurzeln etwas abbekommen. Die restlichen Nährstoffe ziehen die Pflanzen in dieser Zeit von ihren äußeren Blattpaaren.

Zum Problem werden langsam die selbst geernteten Mammillaria spinosissima ‚Un Pico‘ Sämlinge. Diese brechen mit solch einer Wuchskraft aus dem Raster und überwachsen so langsam die kleinen Lophophora williamsii.

Astrophytum asterias zeigt ein interessantes Verhalten. Die Sämlinge befinden sich noch immer in der Anzuchtstation. Anfangs zeigten die kleinen Pflanzen noch ein rötliche Färbung auf Grund der zu grellen LED Lampe. Mittlerweile scheinen sie eine andere Strategie entwickelt zu haben. Nach und nach verschwinden die kleinen nun unter dem Kies – sie graben sich regelrecht ein. Nach Wasserzugabe blähen sie sich dann wieder enorm auf. Ein lustiges Schauspiel.

Im August hatte ich mich entschieden noch Cylindropuntia imbricata auszusäen. Diese winterharte Art soll später bei uns im Vorgarten Platz finden.

Die Aussaat im Oktober 2018 (07.10.2018)

Der Oktober war relativ unspektakulär. Die Astrophyten haben gefühlt einen Wachstumsstopp eingelegt. Trichodiadema sehen immer noch sehr grün und prall aus. Nur die Cylindropuntia musste ich tiefer setzen, da die Keimblätter, wie gewöhnlich für Opuntia, extrem in die Höhe geschossen sind.

Die Aussaat im Januar 2019 (14.01.2019)

Oktober bis Dezember habe ich die kleinen Pflanzen ganz schön vernachlässigt, denn unser großer Umzug stand an. So standen die Kakteensämlinge knapp 2-3 Monate ohne Wasser, jedoch unter künstlicher Beleuchtung. Resultat waren komplett ausgetrocknete Astrophytum asterias. Da ich die Pflanzen dieses Jahr durchkultivieren wollte, habe ich sie mäßig angefeuchtet. Die Kleinen haben sich danach direkt wieder wie ein Ballon aufgeblasen. Ein wirkliches Schauspiel.

 

Boswellia Neglecta – Weihrauch

Die erste Pflanze die Anfang des Jahres keimte war Boswellia Neglecta. Leider auch die einzige Pflanze. Die Keimfähigkeit aller Samen von Boswellia war sehr schlecht. Weshalb ich mich Mitte des Jahres auch entschieden habe erneut 15 Samen auszusäen. Von dieser zweiten Charge keimte auch nur 1 Samen.

Die beiden Pflanzen zeigten das Jahr über ein sehr verhaltenes Höhenwachstum. Der kleine Caudex-Stamm wurde nach und nach immer dicker und bildete ein Blatt nach dem anderen. Im Herbst haben beide Pflanzen ihr komplettes Laub abgeworfen. Merkwürdig für den immergrünen Baum.

Operculicarya decaryi – japanischer Pfeffer

Der japanische Pfeffer oder auch Operculicarya decaryi hat es mir nach einem Besuch bei Kakteen Haage angetan. Der kleine Baum sieht, durch seine kleine Blätter, schon von Anfang an aus wie ein kleiner Bonsai. Anfang des Jahres habe ich auch von dieser Pflanze ca. 10 -15 Samen ausgesät. Leider hat es keiner der Sämlinge zum keimen geschafft. Nicht einmal das anrauen der Oberfläche und Aufquellen im Wasser haben geholfen. 

Ich bin dann auf Ebay auf eine schöne Pflanze gestoßen, die ich erst einmal kräftig zurückgeschnitten habe. Den Sommer hat sie dann auf dem Balkon verbracht und hat schöne Zweige und Äste ausgebildet, welche auch reichlich mit Blättern übersät waren.

Operculicarya decaryi Sämling
Operculicarya decaryi Sämling

Mitte des Jahres habe ich die Aussaat erneut versucht. Diesmal waren es knapp 20 Samen. Alle wurden angeraut und zum quellen ins Wasserbad gegeben. Nach ca. 20 Tagen hat sich dann tatsächlich ein kleiner Spross gezeigt. Ich bin gespannt wie sich der Baumsämling weiter entwickelt. 

 

Elephantorrhiza burkei

Der Elefantenstamm hat sich sehr schwer getan mit wachsen dieses Jahr. 
Nachdem er relativ schnell gekeimt ist und schnell in die Höhe wuchs, verlor er plötzlich alle seine Blätter. Ich habe mich dann dazu entschieden, den vertrockneten Stamm einfach abzuschneiden. Nach nur einer Woche zeigte sich am Caudex bereits ein neuer Trieb. Daraufhin verbrachte der Baum den Sommer bei uns auf dem Balkon und wuchs und wuchs. Im Herbst, nachdem ich die Pflanzen in die Wohnung zurück geholt hatte, verlor er leider wieder alle Blätter. Ich bin noch am rätseln ob diese Art tatsächlich sein Laub im Herbst verliert oder ob es ein Pflegefehler war.

Erkenntnis aus der Anzucht 2018

Die Anzucht der Kakteen und Sukkulenten mit Hilfe des selbst gebauten Anzuchtskasten war ein voller Erfolg. Die Keimrate war sehr viel höher als bei sonstigen Aussaaten. Die Kakteenaussaat ist das Jahr über im Kasten verblieben und hat sich extrem genial entwickelt. Vor allem die Astrophyten und Mammillaria Arten scheinen das Klima und das Licht in der Box zu lieben.

Schwieriger verhielt sich die Aufzucht von Operculicarya oder Boswellia. Für 2019 steht nun (hoffentlich) unser Gewächsbau an damit die meisten Pflanzen dort ein neues Zuhause finden. Denn das Haus ist irgendwann voll.

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