Home Die Welt der Pflanzen Letzte Feinschliffe am Gewächshaus zur Kakteen- und Sukkulenten Überwinterung (Teil 2)

Letzte Feinschliffe am Gewächshaus zur Kakteen- und Sukkulenten Überwinterung (Teil 2)

Von: Torsten
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Endlich Kakteengärtner

Mittlerweile ist es Sommer in Deutschland und der Winter scheint schon wieder weit entfernt – obwohl in 5 Monaten bereits wieder Weihnachten ist. Trotzdem will ich euch diesen Beitrag nicht vorenthalten, in dem ich über die ersten Winter mit den Kakteen und die über die letzten Handgriffe am neuen Hoklartherm Gewächshaus berichte.

Im letzen Jahr konnte ich erstmalig erleben, was es bedeutet wenn Kakteen und Sukkulenten eine kühle Winterpause einlegen und im Gewächshaus überwintern dürfen. Das Ergebnis sind prächtige Blüten an vielen Kakteen und Sukkulenten, die vorher nie geblüht haben.

Und so langsam beginnt man sich wie ein kleiner Kakteengärtner zu fühlen. Im letzten Blogpost berichtete ich bereits über den Aufbau des Hokartherm Gewächshauses. Wie das erste Jahr (bzw. anderthalb Jahre) mit dem neuen Gewächshaus verliefen, was noch geändert werde musste und wie der erste Winter ablief, erfahrt ihr in diesem Bericht.

Letzte Feinschliffe am Gewächshaus

Nicht alles lief problemlos beim Aufbau des Gewächshauses. Viel Schweiß ist geflossen, ein paar Flüche gesprochen und auch Überraschungen hielt der Aufbau für uns parat. Nicht alle Kleinigkeiten konnte ich bis heute abarbeiten. Aber ein Schritt nach dem Nächsten.

Alu Leisten für die Bodenbleche

Nachdem wir die Terrassenplattform für das Gewächshaus fertiggestellt hatten und das finale Grundgerüst stand, stellten wir fest, dass einige Löcher unter dem Gewächshaus klafften. Unsere Plattform war wohl nicht 100% gerade bzw. In Waage. Diese Ungenauigkeit wurde direkt mit Nacharbeiten im Bodenabschluss-Profil bestraft. Wir haben die Unregelmäßigkeiten zunächst mit Holzkeilen ausgeglichen und das Gewächshaus mit dem Boden verankert.

Unebenheiten verzeihen Gewächshäuser nicht

Die größeren Lücken haben wir dann mit Beton aufgefüllt, so dass keine Lücken mehr zu sehen waren. Um den Abschluss zwischen Gewächshaus und Terrasse dann sowohl optisch als auch funktionell zu verbessern haben wir uns entschieden Aluminium L-Profile mit Silikon anzubringen.

Offene Stellen am Fenster oben

Als Schwachstelle in der Abdichtung haben sich die Fenster herausgestellt. Neben den Dichtungsgummis klaffen breite offene Stellen an denen im Winter viel Warme Luft verloren geht. Zwar isolieren wir im Winter zusätzlich mit Noppenfolie, diese ist jedoch auch nicht 100% dicht.

Hoklartherm Gewächshaus mit automatischen Fensterhebern

Auf diesen Bildern sieht man gut was dann im Winter passiert. Die Warme Luft, die durch die Heizung im Gewächshaus erzeugt wird, strömt in den oberen Bereichs des Gewächshauses und entfleucht vorrangig durch die offenen Stellen an den Fenstern. Der Schnee schmilzt und es bilden sich riesige Eiszapfen. Die Eiszapfen habe ich erwartet, da die Flächen am Dach dafür sorgen sollten, dass der Schnee schneller schmilzt. Dass derart viel Luft aber durch die Fenster verloren geht, ist ein Problem, was ich dieses Jahr angehen muss.

Der erste Winter – Kakteen überwintern im Gewächshaus

Wo wir auch schon beim Thema Winter angekommen wären. Eine der Herausforderungen auf dem Weg zum Kakteengärtner. Die meisten Kakteen benötigen beginnend mit den Winter- bzw. Herbstmonaten von September / Oktober bis Ende Februar einen Ruheplatz um ihre Winterruhe einzuhalten. Idealerweise sollte die Umgebung und Haltung folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Heller evtl. sonniger Standort
    • hier eignet sich das Gewächshaus natürlich ideal. Nicht jeder hat jedoch die Möglichkeit, die „wachsende“ Sammlung im Glashaus zu überwintern. Dann eignen sich auch dunklere Standorte wie das Treppenhaus oder sogar der Keller (so haben ich das früher gemacht). Wichtig dabei ist jedoch die Einhaltung der Temperatur.
  • Temperaturen nicht unter 4°C und nicht über 12°C
    • Die meisten Kakteen und Sukkulenten mögen es im Winter kühl. Frost vertragen die wenigsten Arten. Zu warm darf es dabei auch nicht sein, denn zu warme Temperaturen könnten das Wachstum anregen und somit die Ruhe stören.
    • Schafft man es die stachligen Gefährten im Gewächshaus von November bis Februar zu beherbergen, sollten die Kakteen im Frühjahr Blütenknospen ansetzen.
  • Nicht zu hohe Luftfeuchtigkeit
    • Kakteen sollten vor allem im Winter bei einer Luftfeuchte von ca. 50-60% stehen. Das ist nicht immer einfach, denn bei zu niedrigen Außentemperaturen und hohen Innentemperaturen bildet sich schnell Kondenswasser.
  • Trocken halten
    • Während der Ruhephase sollten die Kakteen so trocken wie möglich gehalten werden. Einige Pflanzen sollten schlückchenweise gegossen werden

Kann ich alle Pflanzen im Gewächshaus stehen lassen?

Bevor der Winter naht, sollte man sich einen Überblick über die Pflanzen in der Sammlung machen (Idealerweise besitzt man diesen schon vorher). Denn alle Kakteen und Sukkulenten besitzen unterschiedliche Bedürfnisse. Hier ein paar Beispiele für optimale Überwinterungstemperaturen.

Art des Kaktus oder SukkulenteÜberwinterungs-Temperatur
Pachycormus discolor12°C (kurzzeitig 6-8°C OK)
Lophophora williamsii8- 15°C
Mammilaria6-10°C
Adenium obesum10-15°C
Überwinterungs-Temperaturen einiger Kakteen und Sukkulenten

Letztendlich wird man es nicht bewerkstelligen können, innerhalb einer heterogenen Sukkulenten-Sammlung, die optimale Überwinterungssituation zu schaffen. Ich habe mich dazu entschieden das Gewächshaus auf 7°C zu halten. Diese Temperatur stellt für die meisten Kakteen keine größere Gefahr da. Wichtig ist, die Pflanzen zu identifizieren, die definitiv keine Temperaturen unter 10°C vertragen. So hat der erste Winter auch zu einigen Verlusten bei mir geführt. Ich hatte einige Wüstenrosen im Gewächshaus stehen, die mir die Temperaturen unter 10°C nicht verziehen haben und eingegangen sind. Es ist also sinnvoll sich für eine Temperatur zu entscheiden und alle Pflanzen zu evakuieren, für die diese Temperaturen zu niedrig sind.

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Hilfe meine Kakteen werden weich

Während des Winters kann es vorkommen, dass einige Kakteen sich in das Erdreich zurück ziehen oder manche Exemplare weich werden. Das ist vollkommen normal und kein Grund zur Sorge. Denn während der Wintermonate sollten die Kakteen nun mal trocken gehalten werden. Das Resultat ist ein nachlassender Zelldruck und somit ein weich werden des Kaktus. Nachdem die Pflanzen im Frühjahr allmählich wieder mit Wasser versorgt werden sollten diese wieder auf ihre Ursprungsgröße wachsen. Aber Achtung: Bitte nicht alle Kakteen nun abtasten und schauen wie weich diese sind. Dadurch können die Pflanzen verletzt werden und Fäulnis könnte eintreten.

Weitere Isolierungen notwendig

Der erste Winter war nicht unbedingt der härteste. Das ist gut so, denn so konnten wir erst einmal ein paar Erfahrungen sammeln wie sich die Pflanzen verhalten unter den neuen Bedingungen.

Eins war jedoch schon während der ersten kalten Herbsttage klar – Es braucht noch eine separate Isolierung. Denn die Temperaturen haben sich Nachts sehr schnell den Außentemperaturen angenähert. Ich habe mir dazu sehr dicke Luftpolsterfolie zur Isolierung von Gewächshäusern bestellt und mit speziellen Noppenfolien-Halterungen befestigt. Es empfiehlt sich die Folie anzubringen, solange die Stachligen nicht eingezogen sind – ich weiß, das ist nicht immer möglich aber es vermindert das Risiko, dass sich die Kakteen direkt in der Folie verfangen.

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Nach gut vier Stunden war die Folie angebracht und es fühlte sich schon an wie in einem kleinen Treibhaus. Was uns direkt zum nächsten Problem brachte.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus

Die Folie hatte ich an den Übergängen mit Panzertape isoliert. Mein Ziel es war es so wenig wie möglich Austrittspunkte für warme Luft zu haben. Die hydraulischen Fensterheber deaktiviere ich im Winter damit die warme aufströmende Luft nicht die Fenster aus Versehen öffnet.

Blütenreste beginnen zu schimmeln

Nach ein paar Tagen haben die ersten Blütenreste begonnen zu schimmeln und es tropfte an den Seiten des Gewächshauses. Anscheinend führte die neue Dichtigkeit des Gewächshauses schnell zur Bildung von zu hoher Luftfeuchtigkeit.

Luftumwälzung mit dem Elektrogebläse von biogreen

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Da die Fußbodenheizung ja bereits in den ersten Tests versagt hatte und wir den Winter überstehen mussten, ohne dass alle Kakteen erfrieren, hatte ich frühzeitig schon ein Elektrogebläse von Biogreen gekauft. Dieses wurde im ersten Winter durch Loxone überwacht. Immer dann, wenn die Schwellwert-Temperatur unterschritten wurde, schaltete Loxone das Elektrogebläse an. Das hat auch ganz gut funktioniert, jedoch wurde die Luft nur dann umgewälzt, solange die Schwellwert-Temperatur nicht erreicht war. Wie sich gezeigt hat, reichte das nicht aus, um die Luftfeuchtigkeit zu verringern.

Die Lösung war denkbar einfach – das Gebläse muss von der Loxone Automatik abgekoppelt werden und dauerhaft im thermostat-überwachten Modus laufen. Nach einigen Tagen verschwand tatsächlich das Kondenswasser. Der Winter 2020/2021 war somit ein relativ trockner Gewächshaus Winter.

Der Biogreen Lüfter verbraucht im reinen Umluftmodus ca. 27W. Pro Tag sind das also Kosten von rund 0,2€ pro Tag und für die gesamte Heizperiode rund 30€. Nicht zu viel und gar nicht zu vergleichen was der Lüfter mit 1800 Watt im Heizmodus verbraucht. Im letzten härteren Winter verbrauchte der Lüfter rund 5€ pro Tag was rund 600-800€ Kosten für die Heizperiode entspricht.

Fazit nach dem ersten Winter

Die zahlreichen Kakteenblüten und das üppige Wachstum, was die Pflanzen mit Ende der Ruhezeit gezeigt haben, hat sich der Aufwand und die Kosten auf jeden Fall gelohnt. Mit der Dämmung des Gewächshauses und den damit verbundenen Heizkosten bin ich noch nicht endgültig zufrieden. Hier werde ich berichten was noch passieren wird.

Im nächsten Blogbeitrag werde ich über die Installation einer Solar Gewächshaus-Lüftung berichten und wie ich die Pflanztische von Hoklartherm installiert und verbessert habe.

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