Kakteen und Sukkulenten aus eigener Anzucht – Die Aussaat

Da ich mich gerade im Pflanzen Aussaat Fieber befinde (Bonsais aus Samen ziehen), habe ich mich neben der Baum Aussaat auch direkt in die Anzucht von Kakteen und Sukkulenten gestürzt. In meiner Jugend habe ich mehr oder minder erfolgreich Kakteen gezüchtet. Damals stand mir sogar noch ein Gewächshaus zur Verfügung, was die Zucht um einiges erleichterte. Mit dem Umzug in die Stadt ist das Hobby leider auf der Strecke geblieben. Hier ein paar gescannte Fotos aus dem damaligen Gewächshaus.

Die richtige Kakteenaussaat

Die Aussaat von Kakteen und Sukkulenten ist nicht besonders schwierig. Neben den natürlich notwendigen Kakteensamen benötigt man Töpfe, ein geeignetes Aussaatsubstrat sowie ein kleines Zimmergewächshaus (näheres zu den Bezugsquellen im nächsten Abschnitt). Der Hauptgrund für eine eigene Anzucht von Kakteen liegt neben dem eigenen Interesse und Forschungsdrang vor allem darin, seltene Sorten und Arten heranzuziehen. Diese findet findet man in der Regel nicht im Baumarkt oder Blumenläden. Dort treffe ich immer wieder die gleichen Kandidaten an: Mammilaria, Schwiegermutterstuhl oder Rhipsalis. Auch wird mir immer wieder schlecht, wenn ich mit Heißkleber befestigte Strohblumen an Kakteen finde – Widerlich. Wer kommt denn eigentlich immer wieder auf solche Ideen?

Gefäße und Zimmergewächshaus

Also legen wir los. Was wird benötigt für eine erfolgreiche Aussaat? Zu Aller erst einmal benötigen wir kleine Töpfe und bei Aussaat in der Wohnung am besten ein kleines Zimmergewächshaus. Ich bevorzuge kleine 5×5 cm große und quadratische Töpfe. Die quadratische Form eignet sich besonders schön, da sie sich so schön nebeneinander reihen lassen. Auf dem unteren Foto könnt ihr schön erkennen, wie perfekt die Töpfe in das Zimmergewächshaus passen. In der 5cm Form passen so ganz genau 28 Töpfe in das Gewächshaus. Ebenfalls sehr gut sollen sich kleine Styropor (Polystyrol) Schalen eignen, damit die Samen immer warme Füße haben.

Substrat

Für die Kakteenaussaat werden extrem mineralische Substrate benötigt. Sowohl Kakteen Hage als auch Kakteen Uhlig bieten entsprechende Substrate an. Ebenfalls gute Ergebnisse soll mit reinen Bims erzielt werden. Auch vom Kokosfasersubstrat, welche oft in Form von Briketts verkauft werden, habe ich gehört. Wobei ich letzteres nicht empfehlen würde.

Einkaufstipps für das Aussaatzubehör

Natürlich kann man sich alles selbst zusammen mischen und Töpfe selbst kaufen, es geht aber auch einfacher. Früher habe ich auch penibel alle Erden selbst gemischt. Heute fehlt mir dazu einfach die Zeit und auch wenn den „Gartenarbeiten“ ein meditativer Aspekt zugesprochen wird, beziehe ich die Erdmischungen einfach vom Profi. Über die Jahre habe ich immer wieder auf zwei Kakteenversände gesetzt. Zum einen Kakteen Uhlig und zum anderen Kakteen Haage aus Erfurt. (Ulrich Haage blogt da selbst :))

  • Profi Anzuchtsset – 28 Töpfe – Kakteen Uhlig
    I
    ch finde dieses Angebot einfach unschlagbar. Ihr bekommt ein Zimmergewächshaus von Romberg, 28 quadratische Anzuchtstöpfe, reichlich Anzuchtserde sowie feinen Quarzsand zum abdecken der Aussaat. Der Quarzsand verhindert Verdunstung, Algen und Pilzbefall. Durch seine feine Struktur lässt er zudem sehr gut Licht durch, was wichtig ist, da die meisten Kakteen Lichtkeimer sind.
  • Ähnlich Sets findet ihr auch bei Kakteen Haage

Nachdem die Gefäße mit Substrat aufgefüllt wurden, müssen sie noch eingeweicht werden. Die Kakteensamen können so fein sein, dass Gießen sie einfach wegspülen könnte. Dies geschieht am besten indem die Töpfe in ein Wasserbad gegeben werden. Sobald sich das Substrat dunkel verfärbt hat sind die Töpfe ausreichend eingeweicht. Nun könnt ihr beginnen die Samen auf das Substrat zu verteilen. Grobe Samenkörner können direkt mit den Fingern verteilt werden. Feine bis Staubförmige (gibt es Staubförmig? :D) Körner werden am besten auf ein geknicktes Papier gelegt und mit leichtem Schütteln und Rütteln verteilt. Aber halt, woher kommen denn die Samen?

Bezug von Kakteensamen

Kakteensamen findet man häufig in Gartenmärkten als Samenmischung. Für den Anfang kann das recht passabel sein. Schnell werdet ihr aber merken, dass die Bestimmung der Arten schnell ein Problem darstellen kann. Weiterhin handelt es sich bei den angebotenen Samen meist um Hybride Mischungen. Das war für mich nie wirklich akzeptabel.

Für mich kam für Samen immer nur Kakteen Haage in Frage. Warum? Keine Ahnung. Vermutlich da ich als Jugendlicher oft durch die Bücher von Walther Haage geblättert habe. Später habe ich oft per Post Samen bestellt. Irgendwie strange wenn man bedenkt, wie das heute funktioniert.

Hier meine Liste der Samen, die ich zuletzt bestellt habe:

Um Pilzbefall oder Schädlingen vorzubeugen kann das Wasser zum Anstauen mit Chinosol versetzt werden. Ich habe bei diesem Experiment darauf verzichtet.

Sind die Samen verteilt, können diese noch leicht angedrückt werden. Eine kleine Scheckkarte oder eine Streichholzschachtel sollten genügen. Die Samen sollten jedoch nicht unter die Erde gedrückt werden, da diese dann nicht keimen werden. Zum Schluss nehmt ihr den feinen Quarzsand und verteilt diesen vorsichtig über die kleinen Pflanztöpfe. Keine Angst, das gelangt trotzdem bis an die kleinen Sämlinge. Nach ein paar Tagen könnt ihr bereits die ersten kleinen Pflänzchen erkennen, die sich durch die Samenhüllen drücken. In meinem Fall waren die die Lithops Samen die ersten, die nach bereits 3 Tagen das Licht der Welt erblickten.

Kakteen_20_03-11Jahreszeit, Licht und Termperatur

Die beste Jahreszeit um Kakteen auszusäen beginnt im Frühjahr ab März – Mai. Ich habe im März stehts gute Ergebnisse erziehlen können. Voraussetzung ist ein sehr heller Standort ohne zu starken Sonneneinfall. Die Temperatur sollte dabei nicht über 30°C liegen, da die Samen dann nicht keimen werden. Werden die Samen im Zimmergewächshaus gezogen, besteht die Gefahr, dass sich die Temperatur zu sehr und zu schnell erhöht. Die Romberg Gewächshäuser bieten eine Belüftung.

Dieses Jahr wollte ich das erste mal ein wenig tricksen was die Beleuchtung angeht. Vielversprechend hören sich die neuen LED Pflanzenlampen an. Im Gegensatz zu den Natriumdampflampen besitzen diese einen sehr viel geringeren Stromverbrauch und können gezielt die wichtigen Wellenlängen für die Pflanzen ansprechen. Fragt mich nicht, welche das genau sind. Eine der Rottöne soll die Chlorophybildung fördern, das zweite Rot fördert die Blütenbildung und der blaue Ton verhindert Geiltriebe. Ich habe die Lampe ca. 1m über dem Gewächshaus hängen und per Zeitschaltung von 7:00 – 19:00 konfiguriert.

Die Lampe im Link verwende ich (ja, da bekomme ich Provision). Die Sämlinge, sowohl von Kakteen als auch die Bäume haben eine knallig grüne Zeichnung. Ich bin gespannt, wie die Lampe die nächsten Monate von den Pflanzen angenommen wird (ich werde separat noch einmal über die Lampe berichten).

Sämlinge am nach 3 Tagen am 16.03.2016

Hier könnt ihr bereits die ersten Sämlinge bewundern, die bereits nach 3 Tagen mit dem Keimen begonnen haben.

Sämlinge nach 7 Tagen am 20.03.2016

Nach 7 Tagen haben sich fast alle Sorten dazu entschlossen, das Keimen zu beginnen. Den Anfang haben alle Lithops Sorten gemacht, dicht gefolgt von Titanopsis und den Astrophytum Sorten. Gefreut habe ich mich zuletzt auch über Haworthia.

Literaturtipps

Die Aussaat ist jetzt 10 Tage her und die Kleinen wachsen und wachsen. Einige Sorten wie Turbinicarpus und Strombocactus zeigen sich noch nicht. Ich habe das Gefühl, die LED Pflanzenlampe bekommt den Sämlingen richtig gut. Noch in keiner Aussaat hatte ich solche kräftigen und grünen Minipflanzen. Ich halte euch auf dem laufenden was das Wachstum und Pflege angeht.

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  1. Pingback: Kakteenaussaat 2017 - Die Erste

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